Ralf Ahlers, Neue Strasse 8, 38533 Vordorf

[Leidenschaft][Motorrad] & [Reisen]


Seit 1989 jedes Jahr auf dem Motorrad im Urlaub unterwegs.

Da gibt es einiges zu erzählen...

2019 Portugal. Der Norden [Rundreise]

Nach vielen Jahren der Unentschlossenheit habe ich jetzt endlich die Entscheidung getroffen, meinen Motorradurlaub auf der iberischen Halbinsel zu verbringen. Die Motorradtour auf dem Jakobsweg 2014 und die Fahrradtour mit dem gleichen Ziel 2018 haben mich vollends für dieses Land begeistert. Landschaftlich und auch im Bezug auf die Kontakte mit den Einheimischen hatte ich seit diesem Zeitpunkt keine Ausreden mehr. Nun wird es 2019 nicht Spanien, sondern Portugal, aber ein Bestandteil der iberischen Halbinsel bleibt es ja trotzdem.

Und ja, der Kritiker wird folgerichtig bemerken das Portugal nicht Spanien ist, aber da ich in Madrid starten werde, muss ich für meine Zielerreichung natürlich auch durch Spanien. Da Portugal geradezu überschwänglich opulent mit Sehenswürdigkeiten, Kultur und Natur umgeht, werde ich dieses wundervolle Land 2019 gleich zwei Mal besuchen. Die Anreise erfolgt, wie die anderen Jahre vorher auch, mit dem Flugzeug und die Anlieferung des Motorrades erfolgt per Spedition bis zum Flughafen in Madrid. Bei der Suche nach möglichen „Sehenswürdigkeiten“ im Internet ist die Auswahl erschreckend groß und vielfältig, daher gilt es hier deutliche Prioritäten zu setzen. Sonst wird es zu einer Hetzjagd, die ein genussvolles Touren nicht mehr möglich macht. Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich meine Tour nur ansatzweise geplant, weil die Auswahl an möglichen Zielen meine tatsächlich zur Verfügung stehende Zeit wohl sprengen wird. Hier werde ich meiner Frau wohl ein größeres Mitspracherecht zur Verfügung stellen müssen. Meine Frau geht an solche Sachen wesentlich pragmatischer heran.

Wie bin ich vorgegangen:

  1. Vor ein paar Wochen habe ich den Flug bis nach Madrid gebucht und die Spedition BikeandSun mit dem Transport des Motorrades bis zum Flughafen beauftragt. Der Urlaub beginnt also erst ab Madrid, weshalb ich mir die zeitraubende Anfahrt mit der eigenen Maschine erspart habe.
  2. Ich habe mir nur einen einzigen Reiseführer gekauft (Marco Polo) und mir alle Sehenswürdigkeiten der "empfohlenen" Touren in der Software von GARMIN markiert. Dann habe ich die alle Punkte miteinander verbunden und für mich priorisiert.

Mehr habe ich nicht gemacht. Das Motorrad, das Gepäck und andere Utensilien sind, wie immer, reisefertig. Alles bleibt offen, einschließlich des Rückweges und der Übernachtungen vor Ort. Die vorgefertigten Touren sind Anhaltspunkte, aber nicht in Stein gemeißelt. Es ist schön, einen Plan B in der Hinterhand zu haben. So wie es jetzt aussieht, sind die schönsten Regionen des Landes inkludiert. Küste, Hinterland, Strände und Hauptstädte. Die Highlights des Reiseführers habe ich mal aneinandergereiht. Mal schauen was wir wir davon realisieren.

Der diesjährige Portugalurlaub mit dem Motorrad war einer der schönsten, die ich seit langem mal wieder realisiert habe. Mein Ziel, das Land in diesem Jahr in zwei Regionen aufzuteilen, zum einen in den Norden und zum anderen in den Süden, war eine fantastische Idee, die es ermöglicht hat einen Teil des Landes völlig stressfrei und wesentlich intensiver zu entdecken. Der Norden war geprägt von den Bergen, von einer fantastischen grünen Landschaft und von Menschen, die außerordentlich hilfsbereit, freundlich, oder einfach nur nett waren. Die Ursprünglichkeit dieses Landstrichs hat mich total gefangen genommen. Die zwei Wochen, die wir im Norden unterwegs waren, haben wir uns fast ausschließlich im Landesinneren bewegt. Die einzige Strecke die uns an der Küste entlanggeführt hat, war die von Viana do Castello bis nach Porto. Aber auch hier gilt, wie anderswo auch, dass eine Küstentraße die nicht explizit als solche ausgewiesen ist, auch keine Küstenstraße ist. Die Strecke führt durch Wohn- und Industriegebiete und auch nur ansatzweise am Meer entlang. Die Sicht auf das Wasser ist weitestgehend eingeschränkt und somit auch keine Empfehlung.

Porto und die Stadt Nazaré, direkt am Atlantik gelegen, waren nur zwei Highlights dieser wunderschönen zwei Wochen. Porto hat mich überzeugt wegen seiner überschaubaren Größe, den Sehenswürdigkeiten, die alle fußläufig zu erreichen sind und der wunderschönen Atmosphäre, die dem Urlaub wirklich gut getan hat. Die Stadt Nazaré bietet, egal ob man nur die Alt- oder die Neustadt nimmt, nicht besonders viel was man sich anschauen kann. Dieser Ort überzeugt durch seine wunderschöne Lage an einem kilometerlangen Sandstrand in einer schönen, sichelförmigen Badebucht. Wir waren dort in der Vorsaison und hatten weder mit Sitzplätzen direkt am Meer, noch in irgendwelchen Strandclubs zu kämpfen. Dass der Ort im Winter durch seine Weltmeisterschaften für die welthöchsten Wellen zum Surfen auch noch Bekanntheit erlangt hat, sei nur nebenbei erwähnt. Auch zum Zeitpunkt unseres Besuches war es nicht möglich im Meer zu baden, wegen der Höhe und Gefährlichkeit der anbrandenden Wellen.

Auf der Weiterreise in das Landesinnere hat uns die Umgebung von Covilha restlos begeistert, weil wir dort die höchsten Straßen und Pässe des Nordens mit dem Motorrad erkunden konnten. Hier geht der Daumen nach oben, für alle die das gerne nachfahren möchten. Wer die Strecke von Lamego bis nach Madrid ausschließlich auf der Landstraße fahren möchte, der wird belohnt mit einem Naturschutzgebiet und einer sehr, sehr langen Parallelfahrt am Fluss Duoro bei hervorragenden Straßenverhältnissen. Kurz bevor es wieder über die portugiesisch - spanische Grenze geht, wird die Gegend so einsam wie ich es selten erlebt habe. Landschaftlich stark geprägt durch Weinberge und Olivenfelder, trifft man hier so gut wie keine Personen an. Die letzten zweieinhalb Tage bis zur Heimreise hatte ich mit meinem Magen zu kämpfen und war nicht in der Lage mich auf die landschaftlichen Highlights zu konzentrieren, deshalb haben wir ab der spanischen Grenze die Autobahn gewählt und sind über Salamanca bis nach Madrid gefahren, so schnell und einfach wie es möglich war. Bei Temperaturen von über 40° Grad und einem Sturm der mich fast von der Autobahn geblasen hat, war die Heimfahrt für mich – gesundheitlich deutlich angeschlagen - kein Highlight dieses Urlaubs und ein bedauerliches Trauerspiel und Ende der Reise…

Das haben wir gesehen:

Madrid: Über Madrid muss man nicht viele Worte verlieren. Madrid ist wunderschön und in jedem Fall einen Besuch wert. Und das, obwohl man als Tourist natürlich nur die Innenstadt im Fokus hat, normalerweise!

Braganca: Bragança liegt ca. 250 km nordöstlich von Porto und nur ca. 25 km von der spanischen Grenze entfernt. Sie liegt im Gebiet Trás-os-Montes (Hinter den Bergen), was die geographische Situation ziemlich gut beschreibt. Diese Lage am Rande Portugals bietet natürlich Vorteile. Man trifft bestimmt nicht auf den Massentourismus der Algarve und erlebt eine authentische, portugiesische Stadt, die in eine herrliche Landschaft eingebettet ist. Sie war die erste Stadt in Portugal, in der wir genächtigt haben. Viel zu sehen gab es nicht, lediglich die Burg inkl. der Altstad - hoch über der Stadt - lohnt einen Restauratbesuch mit wunderschöner Aussicht über die Stadt.

Braga: Braga liegt im Norden Portugals, nordöstlich von Porto. Im Osten liegt die neoklassizistische Wallfahrtskirche Bom Jesus do Monte mit ihrem 17 Stockwerke umfassenden Treppenaufgang. Für die Besichtigung haben wir uns ein wenig mehr Zeit genommen. Ein Tipp von mir! Das hat sich wirklich gelohnt, die Atmosphäre war toll, von der Aussicht ganz zu schweigen.

Ponte de Lima

Porto: Porto war DER Kracher. Immer wieder gerne! Sofort! Die Stadt ist überschaubar und alles ist fußläufig zu entdecken. Alle Details hier zu nennen, würde den Rahmen sprengen. Das ist aber auch nicht nötig, denn das Internet bietet Informationen en masse. Wer dort unterwegs ist, darf diese Stadt nicht außen vor lassen. Machen, machen, machen...

Nazare: Für diese Stadt haben wir uns viel Zeit genommen, war doch die Anfahrt von unserem letzten Ziel bis hierher ein Katzensprung. Die Ortschaft besteht aus dem Ort am Meer und der - auf einem Felsen liegenden - Altstad. Die Ortschaft am Meer ist strukturiert wie viele andere Urlaubsorte auch. Die Altstadt auf dem Berg lässt sich auf zweierlei Arten erreichen. Entweder über eine Zahnradbahn, oder auf Umwegen, mit dem Auto. Das Nazaré im Winter die Surferhochburg und der Weltmeisterschaftsort für die sog. "Big Waves" sind, sei hier nebenbei erwähnt. Selbst im Sommer, zu unserer Zeit, konnte man wegen der hohen Wellen auch nicht baden!

Covilha: Covilhã ist eine Stadt in Portugal, am südlichen Rand des Naturparks der Serra da Estrela. Von hier aus sind wir für unser nächstes Ziel tief in die Bergregion eingetaucht. Es hat sich gelohnt. Hammer!! Bitte nachmachen und viel Zeit nehmen für einen wunderschönen Tourentag in den Bergen!

Lamego: In einem fruchtbaren Tal im Portweinbaugebiet des Flusses Douro liegt das Städtchen Lamego. Es ist berühmt für seine Nähe zu einem der wichtigsten Schreine in ganz Portugal, der Kirche Nossa Senhora dos Remedios, die seit dem 12. Jahrhundert mit ihrer 600-stufigen Treppe die Pilger herausfordert. Keine Sorge, für Motorradfahrer gibt es auch die Möglichkeit, die Kirche mit dem Motorrad zu besuchen. Niemand muss die Stufen erwandern, wenn er das nicht will! Machen muss man es in jedem Fall. Die Aussicht ist spektakulär.

Ligares: Diese Stadt liegt in einem riesigen Nationalpark in einer wunderschönen Landschaft voller Berge, die dem Lauf des Flusses Duoro folgen. Es geht von Meereshöhe blitzartig in schwindelerregende Höhen, begleitet von Weinbergen und Olivenhainen. Der Ort ist extrem langweilig und nicht auf Touristen vorbereitet, die Fahrt dorthin ist jedoch einsame Spitzenklasse.

Den Track dieser Tour kann man im Bereich Downloads herunterladen...

Die Reise wurde als Video hier aufbereitet https://youtu.be/zVWd0qInbbY.

Kaum zu glauben! Da muss ich erst die 50iger Marke überschreiten um maximale Erfüllung und vollendete Glückseeligkeit beim Motorradfahren zu erleben. Ganz großes Kino. Mit dem Erwerb der BMW RnineT hat sich meine jahrelang gelebte Einstellung, wie man am intensivsten auf zwei mit Benzin betriebenen Rädern unterwegs sein kann, deutlich verändert. Mit einer grundsätzlich anderen Einstellung und den passenden Kleidungsstücken stellt sich ein Gefühl ein, welches auch durch meine BMW R1250GS derzeit nicht überboten wird. Die Anwendungsgebiete sind so unterschiedlich wie die Motorradgattung an sich. Auch wenn sich eine RnineT durchaus als reisetauglich erwiesen hat, wie man in [Motorrad] Reisen (Pyrenäen 2022) vortrefflich nachlesen kann...


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Bildquelle: BMW PressClub

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