Ralf Ahlers, Neue Strasse 8, 38533 Vordorf

[Leidenschaft][Motorrad] & [Reisen]


Seit 1989 jedes Jahr auf dem Motorrad im Urlaub unterwegs.

Da gibt es einiges zu erzählen...

2023 Sardinien [Rundreise]

Sardinien. Zwei Wochen. Endlich. Der Start stand jedoch unter keinem guten Stern, denn die Fluggesellschaft hat den Hinflug von Hannover nach Rom so "mir nichts, dir nichts" storniert. Am gleichen Tag gab es keine Alternative, einen Tag später hätten wir Schwierigkeiten mit der Überfahrt nach Sardinien. Also dann einen Tag früher los. Klingt gut, war es aber nicht. Ohne jedwede Mobilität am Flughafen in Rom und ohne meinen Lieblingsspediteur Armin von www.bikeandsun.net ist das ein Moment der Tränen. Ich werde euch damit nicht weiter behelligen, denn irgendwie hat ja alles geklappt.

Die Fähre der Gesellschaft Grimaldi war ein Traum, im Gegensatz zu den griechischen Seelenverkäufern mit denen man schon unterwegs war. Pünktlich um 06:15 am Folgetag, schmeißt uns die Besatzung per kratziger Lautsprecherdurchsagen in Olbia von Bord. Sardinien ist eine wirklich kleine Insel. Die maximale Ausdehnung von Nord nach Süd beträgt nicht einmal 300 Kilometer, die maximale Ausdehnung von West nach Ost, nicht einmal 150 Kilometer. Ein Erkunden ohne "Basislager" macht aus unserer Sicht keinen Sinn, zu schnell wäre das Ende der Reise erreicht. Wir platzieren uns also sehr spontan im Laufe des Tages mit einem Standort als Basis für zwei- oder drei Tage und organisieren am Abend vorher mit www.kurviger.de Rundtouren mit einer Reichweite von bis zu 250 Kilometern. Wo genau wir nächtigen ist vorher nicht klar, ein wenig ist das auch von meinen Vorbereitungen und Routenpunkten abhängig. Woran orientieren wir uns? Ich habe einige Lost Orte und Lost Minen und eine Militärbasis, dann schöne Stecken und als gemeinsamen persönlichen Wunsch, die Stadt Cagliari. Dann Natur und (für die beste Ehefrau und Sozia), Strandabschnitte. Nicht viel, aber ausreichend um sie für mich zu gewinnen...

Die sagenumwobene Nord- Süd - Verbindung "SS 125" gilt auf Sardinien als der heilige Gral italienischer Straßenbaukust und als ein absolutes "Must do" für die Motorradfahrer auf ihrer Fahrt in den Süden. Die Realität sieht in vielen Teilen jedoch völlig anders aus als in den Reiseführern beschrieben. Die wirklich spektakulären Momente sind weitaus weniger als erwartet, dafür aber wirklich großartig wenn man auf sie trifft. Es ist vor allen Dingen KEINE Küstenstrasse. Die Sicht auf das Meer bleibt die absolute Ausnahme. Solch eine Straße können andere auch. Grund genug für uns die erste Tagestour zu unterbrechen, in dem wir einen Abstecher in das Landesinnere realisieren. Im Navi sind die Ziele "Orgosolo" und "Pratobello" fest verankert. Wer auf den folgenden Straßen zu unseren Zielen fährt, braucht in Wirklichkeit keine "SS 125" mehr. Die Strecken in den Bergen begleiten uns in den folgenden Tagen des öfteren, insofern konzentriere ich mich derweil auf die Beschreibung unserer Highlights des Tages. Eine emotionale Bewertung erfolgt später. Ich kopiere wegen des Umfangs und der guten Qualität der Beschreibung von https://www.sardegnaturismo.it/de/die-stille-stimme-der-wandmalereien-von-orgosolo.

Bei all' meiner Euphorie zu diesem Ort bleibt ein wenig Traurigkeit, denn ich spreche kein Wort italienisch und so bleibt mir jedwede Information dieser tollen Bilder für immer verschlossen. Genaue Hinweise darauf wie viele Bilder existieren, habe ich nicht gefunden. Es dürften viele Hundert sein! Die gleichermaßen interessante Geschichte des Geisterdorfes Pratobello - 10 Kilometer entfernt - hängt unweigerlich mit den resoluten und unbeugsamen Bewohnern des vorher genannten Ortes zusammen. Vier verfallene Häuser und eine Kirche sprechen eine Sprache. Beide Ziele miteinander ergeben eine tolle historische Erkenntnis, über dessen Wissen ich sehr froh bin. https://www.spiegel.de/fotostrecke/geisterdorf-pratobello-sardinien-ist-nicht-italien-fotostrecke-140777.html

Das Wetter ist den ganzen Tag schon unbeständig und begleitet uns kurz vor der Ankunft unseres Hotels in Arbatax mit Schauern, dichtem Nebel, Nieselregen und Sturm, das es einem in den Bergen das Fürchten lehrt. Fazit des Tages: Wer fährt auf Sardinien mit eingezippter Regenkleidung? Und wer zippt sie ein, wenn das Tagesziel nur noch vierzig Kilometer entfernt ist.

Den zusätzlichen Tag in Arbatax haben wir in hervorragender Weise für uns zu Nutzen gewusst. Anhand meiner Wegpunktplanung haben wir eine Rundreise planen lassen, in der diese dann auch Berücksichtigung finden. Zwei Highlights konnten wir so ohne Mühe inkludieren. Zum einen das verlassene Dorf "Gaira Vecchio" und zum anderen eins von rund 7.000! noch existierenden, sogenannten "Nuraghenen", den grobschlächtigen Steintürmen aus einer Zeit ca. zweitausend v. Chr., dessen tatsächliche Bedeutung lange unklar war. Heute ist unstrittig, die Türme und dessen umliegende Steinkreise hatten faktisch den Charakter einer Wehranlage. Wir haben heute also wieder viele Fliegen mit einer Klappe erschlagen, denn Kultur und Fahrspaß ließen sich vortrefflich miteinander kombinieren. Auch die SS125 sollte wieder Verwendung finden, da wir Recherchen zur Folge hier die spektakulärsten Streckenführungen vorfinden würden.

Im Prinzip haben wir unser Hotel verlassen und sind geradewegs in das Kurvenlabyrinth des Gennargentu - Gebirges, welches zu dem größten und höchsten in Sardinien gilt, hinein gefallen. Es gibt sehr viele Möglichkeiten als Motorradfahrer in den Bergen unterwegs zu sein. Meine bevorzugte Fortbewegung ist jedoch die des gemäßigten Tourenfahrers. Das ehemalige Dorf Gairo Vecchio - an der Landstraße SS 198 von Lanusei nach Jerzu - prägt seit dem frühen 20ten Jh. eine leidvolle Geschichte, die letzten Endes dazu geführt hat das alle Einwohner diesen Ort verlassen haben. In der alten Konstellation haben die Bewohner aber nie wieder zueinander gefunden. Immer wieder wurde der Ort von aus den Bergen herabstürzenden Erd- und Wassermassen in Teilen zerstört. Immer und immer wieder war der Ort Opfer von Naturkatastrophen. Wir fahren in den Ort und besichtigen die verbliebenen Ruinen. Gegenstände von Wert sind dort jedoch nicht mehr vorhanden. Ich erkunde den Ort mit der Drohne, meine beste Sozia per pedes und ihrer Kamera. Wer bei der Fahrt durch das Tal genau hinschaut, kann die Bewegung des Berges durch die stark beschädigten Straßen gut nachvollziehen. Die ganze Geschichte findet ihr hier: https://pecora-nera.eu/gairo-vecchio-sechs-tage-unwetter/

Den Besuch einer Nuraghe war ich mir selber schuldig, da ich trotz der hohen Anzahl noch nie eine in natura bewusst wahrgenommen habe. Ich kann das als erledigt abhaken, fand den Besuch der Anlage, trotz deutscher Begleiterklärungen, dann doch nicht so interessant. Zack. Haken dran. Auf dem Rückweg verdunkelte sich der Himmel erneut und überraschte uns mit der gleichen Wetterlage wie schon am Vortag. Am Hotel angekommen, ließ sich anhand der Kleidung über der Balkonbrüstung schon von weitem erkennen wer mit uns heute unterwegs war.

Die Stadt Arbatax, in der wir uns die letzten zwei Tage aufgehalten haben, ist selbst in unserem Reiseführer nicht als Stadt mit "Besonderheiten" erwähnt. Puh! Glück gehabt, nichts verpasst! Als top Sehenswürdigkeit gilt die dortige, steil abfallende Küstenlinie mit ihren knallroten Porphyrsteinen. Die lassen sich wohl am besten vom Boot aus betrachten, was für uns aber nicht in Betracht kommt. Um aber nicht ganz ohne die Steine aus dem Ort zu fahren, besuchen wir am Tag der Abreise zumindest den Hafen und schauen uns einen müden Rest davon an, der besonders in der untergehenden Sonne beeindrucken soll, was wir wegen des schlechten Wetters aber auch verpasst haben...

Am Frühstückstisch dann der Horror für jeden Motorradfahrer. Ich frage die liebe Ehefrau nach ihren persönlichen Wünschen für die nächsten Tage. Da schaut sie mich an und meint: "Du weißt schon, warum ALLE Menschen Sardinien aufsuchen, oder?" Heutiges Tagesziel: Die schönsten Strandabschnitte Sardiniens!! Wir eiern also mal links und rechts abweichend von der Hauptroute unserem Ziel entgegen um zumindest auch landschaftliche Schönheiten in uns aufzunehmen. Unterwegs mal eben das Hotel gebucht, die schönsten Strände immer im Fokus, und dann Yippiejaja yippie yippie yeah. Ich sehe in der Badehose genau so attraktiv aus wie in meiner Motorradkleidung, kann das aber nicht beweisen weil wir das Handy im Hotel. Der knallharte Bikertyp in mir wird weich wie Margarine in sardischer Sonne, denn was sich vor Ort vor mir eröffnet ist schon ein Kracher.

Der Wunsch, sich die Hauptstadt anzuschauen, ist schon zu Hause gefallen. Die Organisation vor Ort war jedoch nicht ohne Herausforderungen. Für alle Nachmacher deshalb folgende, kurze Hinweise. Die Anzahl an preisattraktiven Hotels ist nicht unendlich. Man muss schon einiges an Zeit investieren um die eigenen Ansprüche zu realisieren. Die Stadt ist klein, schmal und knapp an Parkplätzen. Ja, auch für Motorradfahrer! Ein Hotel am Hafen macht Sinn, denn dort finden sich die riesigen, zentralen Parkplätze mit der Möglichkeit zur Tagesmiete. Andere Standorte der Hotels erschweren alles unnötig. Außerhalb parken und wohnen geht auch, man schleppt aber u.U. die Motorradkleidung mit sich herum. Cagliari hat uns also nicht wirklich begeistert. Wir hatten einen Tag Zeit, aber echte Ahhhs und Ohhhs haben wir nicht vorgefunden. Vielleicht haben wir uns nicht ausreichend vorbereitet, vielleicht ist aber wirklich nicht mehr zu sehen. Vielleicht lag es am einsetzenden Regen, in Verbindung mit unserer sommerlichen Kleidung. Auf unserer Liste der "must do" ist das abgehakt. Alles paletti. Vielleicht sind wir auch nur undankbar, wer weiß. Ein paar Fotos aus der Hüfte habe ich trotzdem. 

Wer Cagliari verlässt und guter Hoffnung ist der südwestliche Teil der Insel würde all' seine landschaftlichen und straßenseitigen Möglichkeiten hemmungslos ausspielen, dem sei hier gesagt: Lasst die Finger von diesem Landstrich. Hier ist wirklich nichts was uns Motorradfahrer begeistern kann. Ich nehme die beiden Straßen SS195 und später die Panoramastraße SP71 mal aus meiner Kritik, da zumindest die SP71 mit einer wunderbaren Straßenführung und einer schönen Weitsicht entlang der Küste glänzen kann. Danach passiert aber definitiv nichts mehr. Das große Sperrgebiet und die schier endlos langen Geraden nehmen dem Motorrad jegliche Möglichkeit, einer tollen Kurvenkombination zu folgen und so etwas wie Infrastruktur vorzufinden. Mein Reiseführer meint das gleiche, formuliert es nur massentauglicher. Wir durchqueren Industriegebiete, da wundert man sich: Ist das ein riesiger Schrottplatz, also LostPlace, oder wird da wirklich noch aktiv produziert? Ok, Haken dran. Eine skurrile Gegend in weiten Teilen.

Das Tagesziel lautet Buggerru und ist deshalb interessant, weil in dieser Gegend die größte Anzahl an aufgegebenen Minen (alles LostPlaces) und Museumsminen existiert. Zwei Nächte sollten hier ausreichen sich ein paar Eindrücke zu verschaffen. Ich habe eine große Sammlung an möglichen Besuchspunkten gespeichert, deren Reihenfolge wir abfahren werden. Das auch auch Offroadstrecken zu den Herausforderungen zählen freut den Fahrer, die Sozia als teilnahmsloses Opfer eher weniger, denn schließlich geht es entweder links oder rechts immer irgendwie bergab. Was für den Ausblick auf die Förderanlagen wiederum lohnenswert ist. Das Leben ist ein Teufelskreis. Auch hier existiert wieder eine dramatische Historie zu unseren Zielen, denn außer Leid und Tod hat diese Art der Ausbeutung von Natur und Arbeitern leider nichts gebracht. Von Reichtum ist in diesem Teil Sardiniens nichts zu spüren. Warum? Die Qualität der geförderten Bodenschätze hat für einen großen, weltweiten Handel wohl nicht ausgereicht. Vom Anfang des 19. Jh. bis in die Siebziger hinein waren die meisten Minen aktiv, dann war Feierabend (Vorrangig Blei und Zink, dann Kupfer, Kohle und auch Silbervokommen). https://www.sardegnaturismo.it/de/minen-erst-verfuehrt-und-dann-verlassen

Die ganze Minentour wäre nichts, wenn wir nicht auch einen der Strände aufgesucht hätten, der - neben "tausend" anderen - als DER Strand Sardiniens ausgelobt wird. Übrigens: Ganz Sardinien besteht aus "der Strand". Dazu muss man wissen das der Strand von Piscinas an der Westküste von Sardinien - an der Costa Verde - zu den eher einsamen Küstenlandschaften der Insel zählt. Phantastische sieben Kilometer Länge sind eine Ansage für Wasserratten. Die Chance, sich von seinen Nachbarn gestört zu fühlen, ist eher gering und nur für Sensibelchen von elementarer Bedeutung. Und wie fast überall kann man vieeeele Meter in das Wasser, ohne die Badesachen nass zu machen. Bei aller Leidenschaft fürs Motorrad fahren. Geil ist das schon! Die Anfahrt ist insofern spektakulär, weil sie sich endlos hinzieht und wegen der vielen Kurven, der Dichte von stillgelegten Zechen und meterhohen Sandbergen auch als anspruchsvoll bewertet werden darf. Alles kein Hexenwerk, aber sicher nicht jedermanns Sache. Durch den feinen Sand kommt die ganze Fuhre ordentlich ins Trudeln. Dieses Trudeln aufzufangen ginge mit Geschwindigkeit, oder zumindest durch kurze Gasstöße. Mir wird die Karre dann aber zu schnell und die Situation zu unkontrolliert, zumindest mit Frau und Koffern. Das muss man mögen. Umfaller hingegen dürften sanft aufgefangen werden. Die Dünen sind bis zu sechzig Meter hoch und ständig in Bewegung. Die von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannten, golden glitzernden Sanddünen vermischen sich mit den Farben der mediterranen Macchia. Ein tolles Erlebnis.

Die Entfernung zum nächsten Tagesziel misst sich in zwei Maßeinheiten. Lang und kurz. Küstenstrasse oder Landesinneres. Unsere Entscheidung hingegen kennt nur eine. Lang! Es ist ist die offensichtlich Richtige, denn schon bei der Planung erkennen wir die Wertigkeit und mögliche Abwechslung unserer Auswahl. Die Besonderheiten die ich in dieser kurzen Zeit auf der Insel feststellen durfte sind einfach formuliert. Bist Du im Osten der Insel unterwegs, vorzugsweise in der Nähe des großen Gebirge Gennargentu, dann kannst Du dich schwindelig fahren bis zum Abwinken. Ich habe mit Personen gesprochen, die wirklich nur hier sind um das Reifengummi auf sardischen Straßen zu verschleißen. Da geht es auch nicht prioritär um die Schönheit der Landschaft, sondern ausschließlich um das Fahren als Genussmittel für Körper und Geist (und eine artgerechte Bewegung von Technik). Im Westen hingegen ist die Landschaft weicher, harmonischer und aus meiner Sicht auch ein wenig abwechslungsreicher. Bei einer Streckenlänge von 250 Kilometern hast Du die Gelegenheit alle gängigen Landschaftsformen in einem harmonischen Miteinander abzufahren. Beides hat seinen Reiz, ohne Zweifel. Ich werde mich tunlichst davor hüten etwas zu favorisieren. Ich bin jedoch eher der Westküstenfahrer. Kann man das so sagen? Ich mag es ruhiger und auch nicht ganz so sportiv. Ich bin ein alter, grauer Mann.

Für den heutigen Tag haben wir uns im Nachhinein betrachtet einen wirklich schönen Teil der Insel ausgesucht, der auch dort ausgesprochen kurvig war, wo Berge nicht dominierten. Gestartet sind wir in Buggerru, erreichen wollen die Stadt Bosa, mit den vielen farbigen Häusern am Fluss Temo, die schon bei der Anfahrt von weitem zu erkennen sind. Unser Hotel hat eine phantastische Lage, direkt am Ufer des Flusses, mit angeschlossenem Restaurant für den Abend. Nach einem erfolgreichen Tag, ein würdiger Abschluss. Doch zwischen Abfahrt und Ankunft liegen die Gebirge des Monte Arci und des Monte Ferru. Und genau dazwischen eine Landschaft, die nicht von Bergen dominiert wird, sondern Landwirtschaft, Korkabbau, Olivenbäumen und anderem. Sogenannte Highlights haben wir für weiteren Tage nicht mehr eingeplant. Viel Zeit und Gedankengut haben wir in die letzten Tage dahingehend investiert. Es geht jetzt prioritär um das Fahren im Genussmodus. Die Landschaft bietet idealerweise die Grundlage dessen, Du musst es nur aufgreifen und für dich nutzen. Pausiere, fotografiere, trinke Kaffee oder Cappuccino. Mache dich frei von Ballast, aber konzentriere dich auch dein Umfeld. Schön! Genau mein Ding.

Schade, wirklich sehr schade! Wir haben uns für den Tag eine Traumroute zurechtgelegt, die viele wunderschöne Bilder und Erinnerungen in das Gehirn hätte transportieren können. Aber mit " hätte" und "könnte" ist an diesem Tag leider niemandem geholfen. Wir sind enttäuscht... Als wir die Gardinen unseres Hotelzimmers öffnen, breitet sich ein Bild vor uns aus, welches uns zusammenzucken lässt. Regen! Regen? Wir haben gehofft mit den beiden Schauern am Nachmittag vor ein paar Tagen wäre unser Pensum für diese Insel erreicht. Fehlanzeige. Aber wir trauern nicht, sondern machen unsere Kleidung stattdessen wasserdicht. Wir sind Motorradreisende! Unter diesen besten Voraussetzungen fahren wir sie trotzdem, die SP105 von Bosa nach Alghero. Mit Tränen im Gesicht fahre ich diese wunderschöne Route, denn bei dem Regen ist an Pausieren und Fotografieren nicht zu denken. Wettergeschützte Parkplätze? Fehlanzeige. In Alghero suchen wir mit anderen Motorradfahrern in einem Café Unterschlupf. Wir fassen uns alle an den Händen, bilden einen Kreis der Betroffenen und beten gemeinsam für eine positive Wetteränderung. Da unser Wunsch nach geraumer Zeit offensichtlich kein Gehör findet, wir aber hier auch nicht nächtigen möchten, brechen wir (die beste Sozia und der Käpt'n) auf um trotzdem unsere Tour weiterzuführen, soweit das Wetter es akzeptabel möglich macht. Ein paar Kilometer streichen wir, denn Kurven sind bei Regen Sch...

Wie in bergigen Regionen oftmals üblich, ändert sich die Wetterlage oft schon hinter der nächsten Kurve. Das ist in unserem Fall so deutlich nicht der Fall, aber die Intensität vom Vormittag ist nicht mehr vakant. Unser Tagesziel, einen Vorort der Stadt Castellsardo, erreichen wir mit nasser Kleidung, die auf dem riesigen Balkon des Hotels aber ausreichend Platz zum Trocknen findet. Wir gehen heute auch nicht mehr gemeinsam Essen. Wir kaufen in einem Alimentari und speisen vorzüglich und in aller Ruhe auf der Terrasse...

Und irgendwie war der Tag trotzdem o.k., weil Regen alleine ja keine Erinnerungen löscht.

Unser letzter Tag auf der Insel, bevor uns die Fähre wieder auf das Festland bringt, beschert uns erneut einen phantastischen Fahrtag. Die heute Tourenplanung habe ich ausschließlich meiner lieben Ehefrau überlassen. Ein paar Eckdaten folgend, zauberte sie über GoogleMaps eine großartige Tour, die keinen Grund zum Zweifel gab. Da wir uns schon ganz im Norden der Insel befanden galt es jetzt einen Entsprechenden Anteil wieder in das Landesinnere zu fahren und der Abwechslung die ich schon einmal erwähnt habe durchfall Fantastisch und landschaften und Straßen führungen zu folgen.

Den Track dieser Tour kann man im Bereich Downloads herunterladen...

Dort haben wir übernachtet: Arbatax, Villasimius, Cagliari, Buggerru, Bosa, Castelsardo, Olbia

Die Reise wurde hier als Video aubereitet: https://youtu.be/Gsp5hNKefEo

Kaum zu glauben! Da muss ich erst die 50iger Marke überschreiten um maximale Erfüllung und vollendete Glückseeligkeit beim Motorradfahren zu erleben. Ganz großes Kino. Mit dem Erwerb der BMW RnineT hat sich meine jahrelang gelebte Einstellung, wie man am intensivsten auf zwei mit Benzin betriebenen Rädern unterwegs sein kann, deutlich verändert. Mit einer grundsätzlich anderen Einstellung und den passenden Kleidungsstücken stellt sich ein Gefühl ein, welches auch durch meine BMW R1250GS derzeit nicht überboten wird. Die Anwendungsgebiete sind so unterschiedlich wie die Motorradgattung an sich. Auch wenn sich eine RnineT durchaus als reisetauglich erwiesen hat, wie man in [Motorrad] Reisen (Pyrenäen 2022) vortrefflich nachlesen kann...


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Bildquelle: BMW PressClub

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