Ralf Ahlers, Neue Strasse 8, 38533 Vordorf

[Leidenschaft][Motorrad] & [Reisen]


Seit 1989 jedes Jahr auf dem Motorrad im Urlaub unterwegs.

Da gibt es einiges zu erzählen...

2022 Andalusien [Rundreise]

Der Start unserer zweiwöchigen Andalusien Rundreise beginnt wie geplant und reibungslos in der Tiefgarage des IBIS - Hotels am Flughafen und endet am späten Nachmittag in Retamar, kurz hinter Almeria, aber schon im Nationalpark "Cabo de Gata / Nijar". Die ganze Strecke beträgt 280 Kilometer und wird von uns als (vorsichtig formuliert) unspektakulär angesehen. Der gesamte Küstenstreifen ist fest in der Hand der Urlauber und der Hoteliers, die ihnen für die schönste Zeit des Jahres eine Obhut bieten wollen.

Das ist gut für die Urlauber, aber nicht so gut für uns. Die wenigen Abschnitte an denen man nicht ausschließlich durch die Bade- und Urlaubsorte fährt sind rar gesät. Das ist kein Wunder, denn Namen wie "Costa Tropical", oder "del Sol" dürften allen bekannt sein. Eine ähnlich schlechte Alternative für uns wäre die Autobahn A7 , die uns in einem Bruchteil der Zeit auch an unser Ziel getragen hätte, dessen Befriedigung für Geist und Seele uns jedoch ähnlich fragwürdig erscheint. Weitere Alternativen gibt es nicht. Jedes Land hat diese Orte, also Schwamm drüber. Wir planen ja einen Rundkurs und auch damit wird ein Kreis erst rund. Den Schlenker den wir uns streckenseitig gegönnt haben, beginnt in Motril und folgt der A-346/48 und 91 bis kurz vor der Almeria. Den ursprünglichen Plan, von unserem aktuellen Standort der Küste folgend, bis nach Garrucha zu fahren und dann weiter landeinwärts, haben wir verworfen nachdem wir über unsere Erlebnisse des Vortages in aller Ruhe, bei einem Sangria im Hotel resümiert haben. Die Anreise war ok, aber mehr davon braucht es nicht, auch wenn die Ergebnisse des Tourismus dort nicht so ausgeprägt sein dürften. Der südlichste Punkt des vorher schon genannten Nationalparks war für uns der Leuchtturm und die Aussichtsplattform des so genannten "Cabo da Gata". Der Nationalpark lohnt in jedem Fall einen Besuch, auch wenn es wie in unserem Fall wegen der Zeit auch nur für eine Durchquerung reicht. Unsere Entscheidung zur Abkehr von der Küste realisierten wir faktisch im Örtchen San Jose und haben nichts bereut. Na dann, ab in den Norden. Alles was anschließend kam war viel geiler, definitiv! Mit der Ortschaft Nijar erreichen wir die Sierra Alhamilla, die wir auch durchqueren. Unser Tagesziel für heute soll die nähere Umgebung der Stadt Guadix sein und das erreichen wir auch zu einer angenehmen Uhrzeit. Es bleibt Zeit für das Entdecken einer Festung und das Fliegen mit der Drohne. Perfekt!

Am Tage sind wir nördlich der Sierra de Gador unterwegs, um dann in die Region der Sierra Nevada einzutauchen. Mit der Passhöhe "Puerto de la Ragua" erreichen wir mit 2.000mtr. ü.n.N. den höchsten Punkt der heutigen Tour. Die Landschaftsformationen in den Sierras würden alle Leser sicherlich total begeistern und die Fans der eher erdigen Rot- und Brauntöne gleichermaßen. Es ist Sommer in der heißesten Region Europas. Farbenspiele Fehlanzeige, oder nur dort wo auch Wasser zu finden ist. Immer wieder muss ich hinter mich greifen um zu kontrollieren ob die liebe Ehefrau überhaupt noch hinter mir sitzt! Es ist völlig egal in welches Kurvengewirr wir uns hineinwerfen, sie ist faktisch nicht zu spüren. Selbst schnelle Wechselkurven ändern nichts an ihrer Geschmeidigkeit, die an einen guten Wackelpupping erinnert. Ich spüre meine liebste Sozia erst dann wieder, wenn ich das Abendessen bezahle(n) (darf). Meinem Wunsch folgend, meiner lieben Sozia und Ehefrau nur das Beste und Superlative während dieses Urlaubs anzubieten, habe ich für den heutigen Tag eine Auffahrt zur höchsten Paßstrasse Europas angeboten. Dachte ich... Es sollte ein Erlebnis werden wie Hochzeitstag und Geburtstag zusammen. Vor ewigen Zeiten war ich schon einmal dort oben, habe aber keine Erinnerung mehr an die gute alte Zeit. Insofern bin ich vom Besten ausgegangen, was man seiner Sozia anbieten kann. Die Anfahrt von Lopera bis Quentar war ein Träumchen ohnegleichen. "Gezogen" von einem anderen Motorrad sind wir auf dieser Straße wie auf Schienen unserem Ziel entgegen. Dynamic Modus an, den richtigen Gang im Getriebe verschweißt, lassen wir drei uns aktiv in jede Kurve fallen. Ich wollte mich bei meinem Mitstreiter für die tolle Tour beim nächsten Stop bedanken, jedoch trennten sich unsere Wege vorher ohne eine Danksagung von mir. Schade! Die weiterführende Anfahrt auf "ihren" Pass war eher ernüchternd und führte oft zweispurig auf die Passhöhe. Oben angekommen zückte meine liebe Begleitung nicht einmal das Handy um die obligatorischen Beweisfotos zu generieren. Selbst mein Wunsch nach einem Foto vor dem Schild der Gipfelhöhe musste befohlen werden. Begeisterung könnte anders aussehen... Fazit: Sie war überhaupt nicht begeistert und emotional angefasst ob dieser tollen Atmosphäre. "Es war ihr nicht spektakulär genug. Man hätte schon aufregendere Panoramen gesehen". Die Auffahrt war "nett", mehr leider nicht. Damals, auf der Route des Grande Alpes, ja da.... ja, ja, ja. Leider hatte sie mit allem recht. Ich hätte jetzt auch (deutlich) mehr von allem erwartet. Egal, denn es war ja nicht einmal die höchste Passtraße Europas. Und das, obwohl es auf der Karte doch deutlich zu sehen ist?!

In all' den Jahren meiner Motorradreisen ist eine Tatsache immer gleich geblieben: Du kannst aufstehen wann du willst, du kommst nie eher los als geplant. Vielleicht kennt das aber jemand von euch anders?! So geschehen auch heute, als wir wieder erst um halb zehn den Hotelparkplatz verlassen haben. Und das, obwohl uns das Hotel einen Frühstückstermin um acht Uhr zugewiesen hat. Um die Stadt Granada in nördlicher Richtung zu verlassen, nutzen wir für kurze Zeit die Autobahn, denn andere Alternativen sind für uns nicht realisierbar. Dann kommt die Landstraße und alles wird wieder gut. Wie seit Tagen, so dominiert auch heute die Grundfarbe braun mit allen möglichen Nuancen. Wir durchqueren die S. de Lucena und die S. de Almaden. Das ändert sich jedoch schlagartig mit dem Eintritt in die Region Jaen und etwas weiter südlich davon. Aus braun wird ein unspektakuläres oliv(en)grün. Aus einer anfänglich eher normalen Dominanz von Olivenbäumen entwickelte sich im Laufe des Tages eine Invasion mit schier unglaublichem Ausmaß. Wie sagte schon mein langjähriger Begleiter und sog. Sidekick Buzz Lightyear immer? "Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter..." Ich habe in keinem anderen Land derart UNENDLICH viele Plantagen für Olivenbäume gesehen. Uns hat das so sehr beeindruckt, dass wir unbedingt querfeldein nach DEM Olivenbaum geschaut haben. Und als das fruchtlos verlief, habe ich die Drohne steigen lassen um mir einen Überblick aus der Luft zu verschaffen. UNVORSTELLBAR! Bis hoch in die Berge. Und weil die Tagesstrecke überschaubar war und wir noch Zeit hatten, sind wir einfach so "herumgejuckelt" und haben uns begeistern lassen. Aber wie heißt es doch schön...? "Außer Oliven nichts gewesen". Heute gilt es als eines der Länder mit den meisten Olivenbäumen. Allein in Andalusien wachsen mehr als 300 Millionen Bäume mit Ernteerträgen von etwa 900.000 Tonnen Oliven. Spanien ist der derzeit weltgrößte Produzent von Olivenöl. Das entspricht in etwa 10% der gesamten spanischen Anbaufläche!

Ein weiteres Ziel auf das wir beide uns sehr gefreut haben, waren die "Minas de Riotinto". Dramatisch ist das Farbenspiel des Río Tinto – es changiert von Rostrot über Blutrot bis Violett. Die Farbe entstammt der hohen Konzentration an Eisensalzen und Sulfaten aus dem Bergbau bei Minas de Riotinto am Flussoberlauf, die der Regen in den Fluss spült. Seinen Namen verdankt der Río Tinto seiner spektakulären Farbe. Die Autobahn südlich von Sevilla ist gesperrt. Trotz Navigation sind alle Alternativen Mist, weil mit zu viel Umweg verbunden. Wie schön wenn es Spanier gibt, die den GOOGLE Übersetzer benutzen und uns zur nächstgelegenen Fähre führen, die offensichtlich nirgendwo existiert. Urlauben und Entdecken gehen oft Hand in Hand. Wir lieben es. Wer sich vor der Reise auch ein wenig mit der strengen Religiosität einiger Spanier und deren Glaubensbruderschaften beschäftigt, den wird die folgende Information zu unserem nächsten Highlight nicht wirklich aus den Schuhen hauen. Alle anderen dürfen sich gerne näher damit beschäftigen und nachdenklich den Kopf schütteln... Wir hatten großes Glück einer größeren Prozession in Sevilla beiwohnen zu können und können bestätigen das die Teilnehmer schon sehr leidensfähig sind. Was jedoch in El Rocio abgeht wäre / ist auch für uns sehr gewöhnungsbedürftig.

Die „Duna de Valdevaqueros“ erhebt sich an der Küste von Cádiz mit über 30 Metern hoch in den Himmel und überragt auf spektakuläre Art das weitläufige Dünensystem, zu dem sie gehört. Mit einer Breite von über 200 m bewegt sie sich langsam im Rhythmus der Winde vorwärts, die von der Straße von Gibraltar her wehen. Dank des stetigen Ostwindes wächst die Düne immer weiter an und bedeckt Stück für Stück den dahinterliegenden Pinienwald. Die darunterlegende Straße wird regelmäßig „vom Winde verweht“ und muss von großen Baumaschinen freigelegt werden. Wir hatten einige Probleme dieses kurze Stück zu durchqueren, da die gleißende Sonne keine Kontraste im Sand erkennen ließ. Ob das Vorderrad also reibungslos meinen Befehlen folgen kann, kann ich nicht erkennen. Die Konsequenz folgte auf dem Fuße, als ich die Seitenbegrenzung der Straße nicht mehr erkennen konnte, das Vorderrad seitlich versetzte und ich durch den Sand nicht mehr in meine alte Spur fand. Wir schlingerten von links nach rechts und von rechts nach links. Meine liebste Sozia verlor den Kontakt zur Fußraste, kam mit dem Knöcheln gefährlich unter die Alukoffer und ich bugsierte die Maschine mehr passiv als aktiv mit dem halben Vorderrad in die Sanddüne. Die Geschwindigkeit war niedrig und der Schock meiner lieben Ehefrau größer als die Folgen. Insofern wieder mal Neues gelernt und viel Schweiß in das Freilegen des Motorrades investiert. Motorradurlaub halt.

Als liebster Ehemann und Reiseführer mit Verantwortung bin ich mir meiner Wichtigkeit bewusst, meine Sozia mit dem Besten zu versorgen was auf dieser Reise möglich ist. Sie war noch nie auf Gibraltar. Also wollte ich ihr ein wenig Historie und englischen Boden zu Füßen legen. Aber die Enttäuschung war groß und ist keinem anderen Motorradfahrer zu empfehlen, der bei glühender Hitze und in voller Montur dorthin unterwegs ist. Seit dem Brexxit werden Grenzkontrollen durchgeführt und der Motorradfahrer hat keine Chance sich an der Schlange vorbei zu mogeln, weil die Spur zu schmal ist. Nach der Wartezeit eiert man durch die enge und volle Stadt zum Ziel der Begierde, dem Aussichtspunkt mit den Affen, der aber nicht motorbetrieben zu erreichen ist. Die letzte Meile die so zu erreichen wäre, wird durch einen giftigen „Parkwächter“, bis auf das Blut verteidigt. Unter Androhung die Polizei zu rufen, schickt er uns mickrige und wenig Platz einnehmende Personengruppe wieder von dannen. Von Mitgefühl für uns arme Wichte keine Spur.

Den Track dieser Tour kann man im Bereich Downloads herunterladen...

Dort haben wir übernachtet: Retamar, La Calahorra, Granada, Baeza, Córdoba, Sevilla, El Rocio, Rota, Valdevaqueros, Ronda

Die Reise wurde hier als Video aubereitet: https://youtu.be/Rb73Xx6zsL4

Kaum zu glauben! Da muss ich erst die 50iger Marke überschreiten um maximale Erfüllung und vollendete Glückseeligkeit beim Motorradfahren zu erleben. Ganz großes Kino. Mit dem Erwerb der BMW RnineT hat sich meine jahrelang gelebte Einstellung, wie man am intensivsten auf zwei mit Benzin betriebenen Rädern unterwegs sein kann, deutlich verändert. Mit einer grundsätzlich anderen Einstellung und den passenden Kleidungsstücken stellt sich ein Gefühl ein, welches auch durch meine BMW R1250GS derzeit nicht überboten wird. Die Anwendungsgebiete sind so unterschiedlich wie die Motorradgattung an sich. Auch wenn sich eine RnineT durchaus als reisetauglich erwiesen hat, wie man in [Motorrad] Reisen (Pyrenäen 2022) vortrefflich nachlesen kann...


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Bildquelle: BMW PressClub

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