Ralf Ahlers, Neue Strasse 8, 38533 Vordorf

[Leidenschaft][Motorrad] & [Reisen]


Seit 1989 jedes Jahr auf dem Motorrad im Urlaub unterwegs.

Da gibt es einiges zu erzählen...

2017 Rumänien / Bulgarien / Serbien

Das meine Motorradtour im Herbst des Jahres 2017 ein so "großes Problem" darstellen würde, habe ich vorher nicht gewusst. Es ist bei mir mittlerweile üblich, dass ich die letzten, mir zur Verfügung stehenden Urlaubstage eines Jahres, immer im Herbst für eine in sich geschlossene Motorradtour investiere. Meistens stehen mir noch zwischen sieben und zehn Tagen zur Verfügung. Je nachdem, ob noch ein Feiertag dazwischen kommt, oder andere Gegebenheiten die Zeit ein wenig verlängern. Da ich im Balkan schon sehr viele Länder besucht habe, werden die Entfernungen für die weiter entlegenen Regionen mittlerweile so groß, dass mir die zur Verfügung stehende Zeit langsam nicht mehr ausreicht.

Als reine netto - Reisezeit habe ich in diesem Jahr neun Tage zur Verfügung. Um alle von mir geplanten Ziele erreichen zu können, müsste ich noch ein paar Tage hinten dran hängen. Das geht aber leider nicht. Mein großes Ziel - und bisher habe ich es noch nicht erreicht - wäre das Land Bulgarien, inklusive des Schwarzen Meeres.

Um meinen Wunsch in diesem Jahr in die Tat umsetzen zu können, habe ich eine Rundreise mit ca 2.800 km ermittelt. Die Vielfahrer unter den Motorradfahrern werden das müde lächelnd abtun, aber für mich ist das nicht das Ziel, welches ich in den letzten Jahren so hoch gehalten habe. Für mich stand als Tourcharakter immer das gemütliche Fahren mit maximalen Tagesetappen bis zu 300 km im Fokus. Sollte ich also an meinem Plan festhalten, die große Rundreise so durchzuziehen, dann werden mitunter Tagesetappen fällig, die deutlich über 300 km liegen. Und das - ich habe es oben schon erwähnt - gefällt mir momentan überhaupt nicht. Auf den nachfolgend gezeigt den Bildern habe ich die möglichen Alternativen für mich mal herauskristallisiert. Wenn ich schon an der Gesamtkilometerleistung nichts ändern kann, dann möchte ich doch versuchen, das maximal Mögliche aus dieser Zeit herauszuholen. Ob und inwieweit die nachfolgend gezeigten Touren zum Tragen kommen, kann ich jetzt noch nicht sagen.

Dass die Anreise in diesem Jahr erneut mit der österreichischen Bahn passiert, hat ganz pragmatische Gründe:

  1. Der Preis für die Anfahrt von Hamburg nach Wien, inklusive eines Liegeabteils mit Frühstück und Motorrad, kostet für eine Tour mit der "Sparschiene", aber nicht stornierbar, schlappe 170 €.
  2. Die gesamte Anreise verkürzt sich dadurch, dass ich über Nacht im Zug schlafend unterwegs bin und schon früh am Morgen wieder starten kann.

Problematisch bei der Anreise mit dem Autoreisezug ist jedoch die Tatsache, dass ich mit Wien einen nicht optimalen Start für den Balkan gefunden habe. Glücklicherweise bin ich nicht das erste Mal in der Region unterwegs und kann mit hoher Sicherheit sagen, dass Ungarn für mich nicht zwingend eines der besten Motorradländer ist. Das bedeutet im Klartext, dass die Anreise durch Ungarn in meiner Zielregion ausschließlich über die Autobahn erfolgen wird. Wenn ich der ganzen Sache etwas Positives abgewinnen kann, dann ist es die Tatsache, dass ich hier mit einem Rutsch an einem Tag ca. 450 km absolviere, die ich von den anderen Tagen bequem abrechnen kann. Dadurch reduziert sich der tägliche Kilometerdurchschnitt doch um einiges.


* Was bedeuten die angeführten Bilder eigentlich...?

  1. * Ungarn kann und sollte an einem Tag durchquert werden. Die beiden hochalpinen Straßen "Transalpina" und "Transfagarasan", sollten Bestandteil der Rundreise sein. Mit Varna, der Stadt am schwarzen Meer, habe ich zumindest dieses Highlight auch abgearbeitet. Schließlich habe ich noch Sofia, die Hauptstadt Bulgariens auf der Platte, damit ich auch dieses Land endlich "abhaken" kann.
  2. * Hier lasse ich die Stadt Varna am schwarzen Meer weg und begebe mich über Serbien auf die Rückreise.
  3. * In Mazedonien war ich zwar schon, aber leider nur für kurze Zeit und wenig Kilometer. Mit einem geringen Aufwand wäre dieser Abstecher sicherlich machbar. Die Rückreise erfolgt auch über Serbien.
  4. * Albanien und Montenegro sind mit einem erstaunlich geringen Mehraufwand sicherlich auch realisierbar. Uiuiuiui. Jetzt könnte die Luft bald dünn werden. Irgendwo muss ich jetzt wohl Abstriche machen!
  5. * Um den möglichen Mehraufwand für die Länder Albanien, Montenegro und Mazedonien wieder erträglich zu machen, könnte man die beiden Hochalpenstraßen in Rumänien auch streichen.
  6. * Die letzte mögliche Alternative wäre jetzt ähnlich wie die Tour Nr. 5, jedoch mit einem Abstecher an den Donaudurchbruch in Rumänien. Man könnte dann ein wenig mit den Kilometern spielen.

Mit der Planungssoftware "BaseCamp" von Garmin habe ich jetzt mal alle Möglichkeiten sichtbar gemacht. Ich habe alle Strecken mit Kilometerangaben versehen, um alle Varianten mal rechnen zu können. Jetzt geht es nur noch darum, mit meinem Kumpel, der mich auch dieser Reise begleiten wird, ein gemeinsames Agreement zu finden... ;-)

Nach all' dem ganzen Hin und Her bezüglich der Streckenwahl hat sich jetzt die u.g Strecke faktisch ergeben. Achtung! Die obige Anwendung zeigt nur Tracks mit maximal 500 Punkten (wie im GPS - Gerät auch ;-)). Die ganze Tour hat jedoch deutlich mehr. Damit ich zumindest ansatzweise etwas zeigen kann, habe ich sie trotzdem veröffentlicht, auch wenn sie beim Heranzoomen etwas "holperig" aussieht. 2007 war ich schon einmal in Rumänien. Das war mein erster Kontakt mit einem Balkanstaat. Als ich wieder zu Hause war, war ich völlig durch den Wind. Ich konnte mit dem Urlaub in Rumänien nicht wirklich etwas anfangen. Ich werde hier im Detail nicht weiter darauf eingehen, möchte doch nur so viel sagen, dass ich mit der Infrastruktur und den Gegebenheiten vor Ort echte Schwierigkeiten hatte. Rumänien war damit als Urlaubsland für die Zukunft für mich gestrichen. Mittlerweile sind zehn Jahre vergangen und ich bin ich in den anderen Ländern des Balkans unterwegs gewesen und habe versucht, mich diesen Kulturkreisen und Nationalitäten erneut anzunähern.

In diesem Jahr war ich erneut in Rumänien, weil ich dieses Land als Transitland für die Durchreise bis nach Bulgarien benutzt habe. Von damals bis heute hat sich aus meiner Sicht in diesem Land absolut nichts verändert. Obwohl Albanien als das ärmste Land Land Europas gilt, empfinde ich die Armut und den Verfall in Rumänien deutlich intensiver als in allen anderen Ländern des östlichen Balkans. Diese Defizite sind in keinem anderen Land so deutlich zu sehen, wie in den ländlichen Regionen Bulgariens und Rumäniens. Schade. Auch in Serbien war ich mittlerweile schon zweimal und kann ganz klar den Daumen nach oben heben, sowohl landschaftlich, als auch von der Infrastruktur. Interessanterweise waren die zwischenmenschlichen Kontakte zwischen mir, als Motorradfahrer, und den einheimischen Personen immer ohne Komplikationen und geprägt von Freundlichkeit und einer zuvorkommenden Art, ohne jegliche Vorurteile. Es hat mir in jedem Land in dem ich war, ausgesprochen gut gefallen. In diesem Urlaub sind wir viel gefahren. Vielleicht etwas zu viel, denn das Wesentliche, sprich Besichtigungen, Pausen, Ruhezeiten, oder ähnliches, blieben ein wenig auf der Strecke. Ich will nicht meckern, alles war in Ordnung, aber realistisch betrachtet war die Tour doch etwas zu groß für den zur Verfügung stehenden Zeitraum von 7 Tagen vor Ort (+ Anreise und Rückreise durch Ungarn). Die An- und Abreise durch Ungarn - beginnend mit dem Autoreisezug in Wien - haben wir in einem Rutsch durchgeführt. Das waren schlappe 460 km an jedem Tag. Ohne diese Marathonetappe hätten wir den Rest der Tour erst gar nicht hinbekommen.

Fazit der Reise: Der Balkan ist größer und umfangreicher, als es auf den ersten Blick in die Karte aussieht. Wer mehr sehen will und sich intensiver mit diesen Ländern beschäftigen möchte, der sollte volle 14 Tage Urlaub vor Ort einplanen.

Das haben wir gesehen:

Die Stadt Szeged in Ungarn: Diese Stadt ist definitiv einen Aufenthalt wert. Auch wenn wir nicht lange dort waren, so kann ich anhand meiner Eindrücke durchaus sagen, dass ein Besuch lohnt. Vor allem der Teil der Innenstadt ist wirklich sehr schön anzuschauen, mit architektonisch sehr gut gelungenen Gebäuden.

Die Transalpina: Diese "sagenumwobene" Passstraße ist ca. 150 km lang und gilt als echte Empfehlung für Motorradfahrer, wenn man sie von Norden her angeht. Der Einstieg gestaltet sich eher langatmig und braucht einiges an Kilometern um gen Süden hin spektakulärer und höher zu werden. Als wirklich sehr angenehm habe ich es empfunden, dass von Anfang bis Ende fast ausschließlich nur zwei Gänge zum Tragen kommen und auch die Gasstellung nahezu unverändert bleiben darf. Diesen Pass fährt man völlig entspannt, in einer durchgehenden Linie. Man ist sozusagen "im Flow". Das hat sehr viel Spaß gemacht.

Ganz oben hat uns dann leider das Wetter einen heftigen Strich durch die Rechnung gemacht, weil wir uns wohl auf der "falschen Bergseite" befunden haben, denn als es wieder ins Talwärts ging, war das Wetter wie verändert. Mit solchen Phänomenen muss man in den Bergen rechnen. Aber auch so etwas hat seinen Reiz. Man sieht halt nur so wenig.

Das Budludzha - Denkmal: Dieses Denkmal und Highlight dieser Reise war mein ganz persönlicher Wunsch. Wann habe ich schon einmal die Gelegenheit einen Lost - Place im Ausland zu besuchen. Aber auch hier, wie schon auf der Transalpina, war das Wetter nicht auf unserer Seite. Um es vorsichtig zu formulieren. Der Nebel war so dicht, dass man die Hand vor Augen nicht sehen konnte. Zum Motorradfahren war das Wetter nicht wirklich ideal. Ganz oben, auf dem Gipfel, am Scheitelpunkt beim Denkmal, konnte man sich direkt vor die Ruine stellen, ohne sie wirklich als solche erkennen zu können. Dort oben herrschte heftiger Sturm, mit Regen der waagerecht fiel und die Wolken waren so voller Wasser, dass es ein wirklich unangenehmer Aufenthalt war. Trotz der widrigen Umstände hat es dort oben extrem viel Spaß gemacht. Auch das Denkmal war aus der Nähe betrachtet, in jedem Fall den beschwerlichen Aufstieg wert.

Sofia: Die Hauptstadt Bulgariens hat uns beide wirklich enttäuscht. Was mir aufgefallen ist, das die Stadt nicht wirklich einladend gewirkt hat. Und damit meine ich nicht das Alter, oder den Zustand der Gebäude oder Straßen. Nein, mir fehlte einfach eine Art "Willkommensatmosphäre". Ich kann das gar nicht so detailliert ausdrücken wie man es jetzt wahrscheinlich erwarten würde, aber mir fehlt fehlte auch ein "Aha - Effekt". Sofia war eine der Hauptstädte, in denen ich so wenig fotografiert habe, wie ansonsten in keiner anderen Stadt. Diesen Aufenthalt hätten wir uns schenken können. Stattdessen wären wir im Nachhinein viel lieber weiter nach Mazedonien gefahren. Egal, man kann nicht alles wissen und vor allem nicht alles richtig machen.

Den Track dieser Tour kann man im Bereich Downloads herunterladen...

Die Reise wurde als Video hier  aufbereitet:

Teil 1: https://youtu.be/sEwdyusYEfM

Teil 2: https://youtu.be/5-KbCVYin5Y

Kaum zu glauben! Da muss ich erst die 50iger Marke überschreiten um maximale Erfüllung und vollendete Glückseeligkeit beim Motorradfahren zu erleben. Ganz großes Kino. Mit dem Erwerb der BMW RnineT hat sich meine jahrelang gelebte Einstellung, wie man am intensivsten auf zwei mit Benzin betriebenen Rädern unterwegs sein kann, deutlich verändert. Mit einer grundsätzlich anderen Einstellung und den passenden Kleidungsstücken stellt sich ein Gefühl ein, welches auch durch meine BMW R1250GS derzeit nicht überboten wird. Die Anwendungsgebiete sind so unterschiedlich wie die Motorradgattung an sich. Auch wenn sich eine RnineT durchaus als reisetauglich erwiesen hat, wie man in [Motorrad] Reisen (Pyrenäen 2022) vortrefflich nachlesen kann...


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Bildquelle: BMW PressClub

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