
Während der vergangenen sechs,- bzw. sieben Jahre am Gardasee habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht die Strecken, die ich bisher befahren habe, näher zu dokumentieren. Für den Urlaub 2009 habe ich mir mal die Mühe gemacht und die Touren in eine Karte eingezeichnet.
Um das Gewirr an eingezeichneten Linien im Laufe der Zeit nicht über Gebühr zu strapazieren, habe ich bewusst darauf verzichtet jede Tour als einen "geschlossenen Kreis" zu betrachten wenn sie sich mit einer anderen überschnitten hat. Ob die Anfahrt nun auf einer "schwarzen", oder auf einer "roten" Linie erfolgt ist völlig egal. Bezeichnend war für mich die Darstellung einer völlig neuen Strecke. Nicht mehr und nicht weniger!
Es ist höllisch schwer, einen geeigneten Kartenmaßstab zu finden, der zumindest ansatzweise einen Überblick für den Nutzer ermöglicht. Je umfangreicher die Touren, umso kleiner wird die Karte. Ich hoffe jedoch für jeden eine kleine Hilfestellung bereithalten zu können. Zu jeder dargestellten Strecke werde ich auf dieser Seite eine kurze Empfehlung abgeben.
Die ideale An- bzw. Abfahrt für den Gardasee gibt es glücklicherweise nicht. Im Laufe der Jahre hat sich - bedingt durch den Autoreisezug jedoch eine für mich glückliche Variante ergeben:
Die Anfahrt beginnt natürlich in Bozen, so gegen 09:00 am Morgen. Aus Bozen herauszufinden ist jedoch mehr als strapaziös und erfordert einiges an Nerven zumal die Ausschilderung meiner Ansicht nach hundsmiserabel ist... Italienisch halt.
Ich folge der 42 bis zum Mendelpass (1.363 mtr.). Dann folgen die Orte > Cavareno > Coredo > Mezzolombardo > Andalo > Molvena (Lago di Molveno) > Ponte Arche > Tenno (Lago di Tenno) und schließlich Riva del Garda.
Die Strecke lässt sich hervorragend fahren ist landschaftlich sehr wechselhaft und wird (meiner Erfahrung nach) eher mäßig befahren.
Wer tourenmäßig unterwegs ist, zwischendurch mal an einem Cappuccino nippt und sich auch einmal der schönen Landschaft hingeben kann, der erreicht den Gardasee am frühen Nachmittag. Da ist dann immer noch Zeit für ein Eis in Riva, oder für den Zeltaufbau ohne Hektik. Somit beginnt der erste Tag für mich immer mit einer sehr schönen Einstimmungsphase.
Ich habe es auch schon mal mit Touren westlich von Bozen versucht und habe dann die große Dolomitentour einschließlich der Anfahrt über Trento, bzw. Rovereto probiert. Fahrerisch immer ein Genuss, aber sehr, sehr zeitintensiv!
Für die Rückfahrt zum Autozug möchte ich kein Risiko eingehen. Daher wurde die "schnellste" und problemloseste Variante gewählt. Tourenmäßig kein Highlight, jedoch gut und zügig zu fahren.
Tour 2.
Die obligatorische Rundfahrt um den Gardasee!
Wer clever ist, der startet am frühen Morgen. Zum einen sind kaum Verkehrsteilnehmer unterwegs. Also weder die Einheimischen, noch Busse, LKW's oder Wohnwagen. Zum anderen ist es auch noch nicht so heiß. Es lässt sich in den frühen Vormittagsstunden ganz phantastisch um den See fahren. Ich empfehle die Tour beginnend mit dem Uhrzeigersinn. Dann fährt man immer schön am Ufer entlang.
Wer dann wie, wo und wie lange anhält um sich dem sog. Sightseeing hinzugeben ist jedem selbst überlassen. Mein persönlicher Tipp ist jedoch die gesamte Ostroute von Riva del Garda Norden bis Garda oder Lazise. Die Südumfahrung ist einfach nur langweilig und geprägt von landschaftlichem Einheitsbrei und wenig reizvollen Ortdurchfahrten. Selbst wenn man z.B. in Sirmione unbedingt pausieren sollte, so fahre ich zumindest bis Salò dann immer ohne Pausen durch.
Die Westküste des Gardasees ist ein Highlight und meine Empfehlung schlechthin. Was in jedem Reiseführer natürlich auch nachzulesen ist. Phantastische Ortsdurchfahrten, eine tolle Streckenführung, sehr viele Tunnel und fahrerisch sehr anspruchsvoll. Bei entsprechendem Verkehr ab Mittag kann das aber sehr schnell in Verzweiflung umschlagen, da die Autofahrer, im Gegensatz zu den Motorradfahrern, natürlich deutlich langsamer und vorsichtiger unterwegs sind.
Meine Vorgehensweise für die Zukunft: Ich nutze die Fähre von Bardolino bis nach Toscolano - Moderno (20 Min. / ca. 8.- €) und fahre somit die für Motorradfahrer schönste Strecke des Sees in der Hälte der Zeit mit sehr viel mehr Augenmerk für die echten Schöheiten der Strecke.
Tour 3.
Eine wirklich schöne Tour weil wenig befahren, schön im Straßenverlauf - teils einspurig - und mit einem Lokal auf der Passhöhe des Monte Bondone, welches einen echten Tipp wert ist!
Der kleine Abstecher vorher in Richtung Süden auf die Anhöhe des Monte Baldo ist echt klasse, aber leider eine Sackgasse (selbst für Enduristen!) mit einer super Aussicht auf das westliche Ufer des Sees!
Wer vom Gardasee kommt, der muss unbedingt gleich am Ortseingang von Nago nach rechts schauen. Dort findet sich ein Wegweiser für Wanderer und Mountainbiker zum Monte Baldo. Bitte nicht wundern. Es sieht auf den ersten Blick nicht danach aus, aber wenn der Ort durchquert ist, dann beginnt der Fahrspaß! Eng, unübersichtlich und steil nach oben. Einfach spitze!
Tour 4.
Tour 4 ist keine Tour um den Gardasee, sondern ein Tagesausflug nach Venedig. Wer sein sog. Basislager an der Westküste des Gardasees hat, dem sei hier nur die zeitsparende Überfahrt per Fähre empfohlen. Mit dem Verlassen des Gardasees erfolgt eine extrem langweilige Anfahrt per Autobahn in Richtung Osten.
Tour 5.
Für die Monte Baldo Rundfahrt empfiehlt sich in jedem Fall die Anfahrt von Süden her. Die Attraktivität steigert sich mit jedem gefahrenen Kilometer und lässt die Vorfreude somit kontinuierlich steigen. Die Anfahrt erfolgte wieder einmal mit der Fähre von Toscolano - Moderna aus. Wichtig ist es den Einstieg im Ort Bardolina zu finden! Der Weg steigt stetig an und erlaubt zwischendurch immer wieder einen Blick auf den See zur Linken. Irgenwann wechselt die Strasse auf die Ostseite des Berges und die tatsächliche Anfahrt zum Monte Baldo beginnt. Eine schöne Strecke, ohne Schwierigkeiten zu fahren und mit schönen Aussichtspunkten in die Täler östlich des Monte Baldo. Eine Rundkurs, der locker an einem Tag zu schaffen ist und richtig viel Spaß macht.
Tour 6.
Die Strecken westlich des Gardasees führen in die Berge und gehören zu den schönsten Motorradstrecken am Gardasee. Die Vielzahl an Touren scheint unerschöpflich und somit kann jeder SEINE Strecke bequem ermitteln. Die sechste Tour bietet eine schöne Vielfalt und Abwechslung und gipfelt in der Auffahrt zum Pso. di Croce Domini (1.892 mtr.).
Früher einmal gab es einen lohnenden Abstecher für Endurofahrer zum Pso. di Maniva auf geschotterten Wegen. Doch nach Aussage einiger Personen (und persönlicher Augenscheinnahme) ist die Durchfahrt wegen Naturgewalten schon lange nicht mehr möglich. Schade! Schön nur, dass ich die Strecken früher schon einmal gefahren bin...
Wer die Strecke nicht wieder zurück fahren möchte kann u.a. weiterfahren zum Lago di Iseo. Wir waren weniger begeistert und würden dort nicht mehr hinfahren. Die Strecke von Breno bis zum Lago di Iseo ist nicht schön und folgt im weitesten einer Schnellstrasse. Auch die Befahrung des östlichen Seeufers war nicht sonderlich interessant. Unserer Meinung nach! Wir hatten nicht viel Zeit, insofern lag es vielleicht auch daran.
Die Strecke von Iseo bis hin zum Gardasee hingegen war ein Traum. Bergstrassen halt.
Tour 7.
Die Auffahrt von Bardolino zum Pso. di Maniva war super. Sie führt steil aufwärts und durch dichten Wald auf ganz schmalen Strassen. Die Passhöhe ist ein riesiger Parkplatz ohne jeglichen Charme, aber mit einer tollen Aussicht in die Täler auf beiden Seiten des Sattels.
MEIN TIPP FÜR ENDUROFAHRER!
Es gibt auf der Passhöhe die Möglichkeit einen alten Schotterweg zu nutzen der in Anfo - direkt am Lago d'Idro - wieder auf die "normale" Strasse trifft. Ungesicherte Strassenabschnitte, Teilschotter und die Fahrt direkt am Abgrund machen diese Strecke zu einer Perle für den Motorradfahrer. Unbedingt fahren!
PS:
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 29. Dezember 2011 um 15:06 Uhr



